contact the webmasterVladimir Vysotsky - voice of a silent nation
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Vladimir Vysotsky (9 KB) Diese Seite ist dem Schaffen des russischen Schauspielers, Dichters und Sängers Vladimir Vysotsky gewidmet. Weitgehend unbekannt bei uns, ist er in den Ländern des ehemaligen Ostblocks Millionen Menschen vor allem wegen seiner Lieder ein Begriff. Die Zeit seines Wirkens war geprägt von einem totalitären Staat und einer gleichgeschalteten Gesellschaft, von mal offener, mal unterschwelliger Unterdrückung und permanentem Misstrauen. Opposition war zugleich Verbrechen, Konformismus lähmte das kulturelle Leben und die Entfaltung des Geistes. Vysotsky war kein Revolutionär, auch kein Dissident - aber er sah die Mißstände um sich herum und die tiefempfundene Liebe zu seinem Land, zu seinem Volk verbot es ihm, dazu zu schweigen. Kraft seiner Stimme brach er die ihn umgebende Starre auf und wurde so zur Hoffnung und zum Sprachrohr einer ganzen Nation. Von den Machthabern gehaßt und gefürchtet, von den Menschen als einer der ihren geliebt und verehrt, hörte er zeit seines kurzen Lebens nicht auf, für seine Überzeugungen zu kämpfen. Als er starb, trauerte ganz Rußland um einen seiner größten Söhne.
In unserer von der amerikanischen Popkultur beherrschten Medienlandschaft gab es wenig Gelegenheit, den Russen Vladimir Vissotzki kennenzulernen. Wiedergutmachung wäre zu leisten an den bei uns sträflich und arrogant ignorierten Kulturen der slawischen Völker.
Vissotzki bedient sich musikalisch überall beim Schlager, bei dem was man in Rußland "Estrada" nennt, bei der Folklore. Seine Melodien sind fast immer äußerst schlicht, und die Gitarrenbegleitung ist es ebenso, wie sie es gleichzeitig auch etwa bei dem Franzosen Georges Brassens, dem Deutschen Franz Josef Degenhardt oder dem Amerikaner Bob Dylan war. [...]
Vladimir Vissotzki gilt zu recht als der bedeutendste Liedermacher, den die Sowjetunion hervorgebracht hat. Seit seinem frühen Tod im Jahre 1980 pilgern Verehrer zu seinem Grab, ähnlich wie zu den Grabstätten von Jim Morrison oder Elvis Presley.

(Frankfurter Rundschau)
Vladimir Vysotsky (1938-1980). Russischer Schauspieler, Dichter, Sänger. 16 Jahre lang festes Ensemblemitglied am Moskauer Taganka-Theater und Darsteller in zahlreichen Filmen.Vladimir Vysotsky (10 KB) Seine herausragende Popularität aber erhielt der 42jährige durch seine Lieder, von denen die wenigsten zu seinen Lebzeiten auf Platte erschienen. So wurden seine Kassetten millionenfach privat kopiert, und seine Texte zirkulierten in Millionen Abschriften.
Wie kein zweiter hat Vysotsky die Gefühle seiner Landsleute getroffen - und zwar unabhängig von Personengruppen. Intellektuelle, Arbeiter, Jugendliche und Kriegsveteranen - sie alle kennen seine Lieder. Als Vysotsky im Juli 1980 an Herzversagen starb, erlebte Moskau eine der größten spontanen Versammlungen; 30.000 bis 40.000 Menschen gaben ihm das letzte Geleit. Sein Grab wurde zur Pilgerstätte.

(Booklettext der CD "Wir drehen die Erde"
aus dem "pläne" Verlag in Dortmund)
Die offiziellen, von einer parteilichen Instanz erhobenen Personalien gewähren einen Eindruck von den Anforderungen an eine systemkompatible Biographie.Ein von Vysotsky am 28.06.1970 ausgefüllter Fragebogen, von einem Kollegen zusammengestellt, gewährt einen intimeren Blick auf die Person des Künstlers.

 
Der Schriftsteller Jurij Karjakin
über V. Vysotsky


Seine Stime geht mir nicht aus dem Gedächtnis, seine Lieder zittern mächtig in mir und verursahen ein Gefühl fast schon körperlichen Schmerzes. Ich sehe vor mir diese Verse, gehe sie mit den Augen ab und kann sie doch nicht lesen, nur hören. Und was vor meinem Auge erscheint, sind nicht die Zeilen vor mir, sondern er selbst: sein Gesicht, steinern, wenn er singt, sein angeschwollener, sehnendurchzogener Hals, der zu zerreißen droht vor Anstrengung, so daß es einem beim Zuschauen kalt über den Rücken läuft. Und dennoch kann man sich nicht abwenden: diese unbändige Kraft, diese erhabene Schönheit...
[...]
Er sang stets mit einer Intensität, die sich am Rande des Menschenmöglichen bewegte. Und wenn schon ein einziges seiner Lieder diesen unvergesslichen Eindruck hinterläßt, dann frage ich mich, welch hohen Preis er für seine unzähligen Auftritte zahlen, wieviel Blut er dabei lassen mußte. Welche gewaltige Arbeit steckt hinter all dem?.. Er leistete, und sei es nur in physischer Hinsicht, nicht weniger als ein Leichtathlet. Seine Fähigkeit zur Selbstaufgabe war phänomenal. Aber um soviel geben zu können, muß man es erst einmal besitzen, muß man auch die Fähigkeit haben, es zu nehmen, zu häufen, es aufzusaugen - überall, jederzeit und von jedermann.
[...]
Und mir scheint, daß ihm einige seiner Lieder unbedingt im Schlaf begegnet sein müssen, daß sie seine Ruhe erschütterten und daß er sie, aufwachend, vor Freude und Schrecken bebend, qualvoll rekonstruierte und niederschrieb...
[...]
Wenn ein Mensch dich in irgendetwas übertrifft, dann liebe, liebe ihn dafür, sagte einst Goethe. Sonst droht man krank zu werden, verzehrt zu werden von Eifersucht und schwarzem Neid. Aber kann man denn Vysotsky beneiden? Wie soll man einen Mann beneiden, der sich, die Gefahr mißachtend, in einen kochenden Sumpf wirft oder in loderndes Feuer, um einen anderen zu retten, wie er es kraft seiner Lieder und letztlich um den Preis seines Lebens tat?
[...]
Und dann: diese unheimliche Vorahnung, dieses Brechreiz verursachende Wissen um das eigene Schicksal, das ihm eigen war. Woher und warum? Als hätte er sich das Rätsel seines Schicksals selbst gestellt, um die Lösung dann auch selbst zu erraten.
Sehr oft sang er über den Tod, sowohl den eigenen als auch den fremden. Und das doch nur wegen des ernsthaften, bewußten Umgangs mit dem Leben, wegen des mächtigen Hungers danach und wegen des schmerzhaft empfundenen Zeitdrucks: dieses eine Lied noch, nur noch dieses eine!..

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Vysotsky sagte einmal:
"Ich sterbe, ohne jemals wirklich frei gewesen zu sein."
Die Freiheit - Triebfeder seiner Dichtung, seines heiseren Schreiens, das die Lautsprecher aufheulen ließ, in einer Zeit, als es sich gebot, zu schweigen. Aber sein tiefgehender Schmerz durchbrach die Dunkelheit, besiegte die Furcht. Seine Stimme war die Stimme einer heiligen Hoffnung und eines stolzen Glaubens. Beides Dinge, die wir auch heute vorbehaltlos benötigen. Heute und auch in Zukunft.

Vysotsky-Gedichtsband "Verhasst ist mir..."
Vorwort des Herausgebers
Moskau 1998, Verlag EKSMO-Press
contact the webmaster© ELF 2006 Vladimir Vysotsky, Bulat Okudzhava
und andere russische Liedermacher im
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