Leben und Werk - Die Biographie [Seite 3/3] | |||
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| 1938 - 1965 1966 - 1977 1979 - 1981 |
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| Worte des Abschieds Am 26. Juli nahm Moskau Abschied von Vladimir Semenovitsch Vysotsky, dem Schauspieler des Taganka-Theaters, dem Poeten und Barden. Der Innensaal des Theaters an der Taganka war dem Anlaß entsprechend aufgeräumt und auf einem hohen Podest in der Mitte der blumengesäumten Szene stand der Sarg mit dem Körper Vysotskys. Im Saal hatte man viele Kränze aufgestellt, mit Widmungsbändern vom Kultusministeriums der Russischen Föderativen Republik, vom Dachverband der Filmschaffenden, dem Kollektiv des Theaters, dem Moskauer Kulturdezernat und anderen Kulturverbänden und schließlich von Verwandten und Freunden des Verstorbenen. Auf der Gedenkmesse wurden von einigen Freunden, Bekannten und Kollegen Vysotskys Reden verlesen: Jurij Ljubimov (Direktor des Theaters an der Taganka) Es gibt da dieses altertümliche Wort - Barde. Einige archaische Stämme, so die Kelten und die Gallier, gaben diese Bezeichnung ihren Sängern und Dichtern. Die Barden bewahrten die Rituale ihrer Völker. Sie genossen das volle Vertrauen ihrer Stammesgenossen. Ihre Kunst zeichnete sich aus durch Originalität, Einzigartigkeit und Selbsterfüllung. Sie hüteten die Traditionen ihres Volkes und das Volk vertraute ihnen und ehrte sie. Zu dieser wundersamen Kaste gehörte der Verstorbene, der hier vor uns auf einer Bühne liegt, die er eine lange Zeit seines künsterisch-schöpferischen Lebens unter seinen Füßen gehabt hatte. Über ihm sehen wir die Kulisse aus dem "Hamlet"; wir alle hörten einst seine Stimme, als er das Schauspiel mit den Worten eines ebenso wunderbaren Dichters wie er es selbst einer war beendete.Vladimir war nicht zu bändigen - er schlug tiefe Risse in sein Herz; sein Herz aber konnte das nicht verkraften und blieb stehen. Nun ist es schon der dritte Tag, an dem die Menschen kommen, um ihm Lebewohl zu sagen, neben seinem Portrait zu verharren, Blumen niederzulegen, sodann die Schirme zu öffnen und diese Blumen vor der Sonne und dem schnellen Verwelken zu schützen. Zu Lebzeiten hatte er von uns kaum Schutz erhalten, aber offensichtlich scheint dies ein bitteres Los aller russischen Dichter zu sein. Heute jedoch spricht alles, was wir hier sehen, eine andere, eine eigene Sprache. Von seiner Macht und seinem Einfluß erzählt folgende Begebenheit: Unser Theater hatte einen Gastauftritt in einem Arbeiterstädchen. Wir stiegen aus dem Zug und liefen die Straße runter zu dem Haus, in dem wir wohnen sollten. Die Anwohner hatten die Fenster geöffnet und ihre Kassettenspieler herausgestellt und seine Lieder erschallten nun in voller Lautstärke über die Straßenlänge von einem Kilometer. Er schritt durch die Stadt wie Spartakus. So groß war die Macht seines Talents und gerade wegen dieser Art von Anerkennung rief Vysotsky bei vielen kleingeistigen Leuten Gereizheit hervor. | |||
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