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Es ist sicherlich nicht einfach, Vladimir Vysotsky musikalisch einzuordnen - dafür sind seine Werke zu verschieden, zu vielschichtig. Innerhalb dieses Projektes werden überwiegend die Bezeichnungen "Barde" und "Liedermacher" verwendet. Zu diesen beiden Begriffen finden sich in der Microsoft® Encarta® Enzyklopädie © folgende Einträge:

Barde, keltischer Dichter, Komponist, Sänger und Harfenist, der selbstgedichtete Götter- und Heldengesänge vortrug. Im Gefolge der Fürsten sang er Ruhmlieder auf den Fürsten und Schmählieder auf dessen Feinde.Vysotskys Gitarre im Museum (7 KB) Die Gedichte wurden von Barde zu Barde mündlich weitergegeben, wobei jeder den Text mit eigenen Ausschmückungen ergänzte. Die Barden genossen allgemein hohes Ansehen in der Bevölkerung. So bildeten sie in Wales bis ins 16. Jahrhundert hinein einen eigenen Stand, in Schottland fanden sich bis ins 18. Jahrhundert Barden als Diener von Fürsten und Adeligen. [...] Die Form des Barden findet sich in vielen Kulturen, so u. a. in den armenischen Gusan, den jugoslawischen Guslaren und den griechischen Aöden, die zu Zeiten Homers auftraten.Liedermacher, der inhaltlich diffuse Begriff "Liedermacher" stammt aus der deutschen Protestbewegung der sechziger Jahre. Er bezeichnet jemanden, der von ihm verfasste Lieder (meist auf Gitarre oder Klavier begleitet) selbst vorträgt. In der Regel vertritt ein Liedermacher ein Anliegen. Der Ausdruck Liedermacher ist eine Wortschöpfung Wolf Biermanns, der diese Bezeichnung vom "Stückeschreiber" Bert Brecht ableitete. Von der alternativen Subkultur der sechziger und siebziger Jahre wurde der Begriff zunächst im positiven Sinn verwendet. Ein Liedermacher war ehrlich, im weitesten Sinn politisch und - im Gegensatz zum Pop- oder Schlagersänger - nicht kommerziell ausgerichtet. Die Textaussage eines Liedermachers wurde als wichtiger erachtet als seine musikalischen Fähigkeiten. Da der Ausdruck Liedermacher für die unterschiedlichsten Künstlertypen herangezogen wird, ist er für eine einheitliche Charakterisierung ungeeignet. [...]
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Die Wolfsjagd

Vor schweißnasser Kraft reißen singend die Sehnen,
Ist dasselbe wie gestern und den Tag davor, -
Sie haben mich wieder in ihrem umfähnten Kessel
Und hetzten mich lechzend zum wehenden Tor!

Hinter stämmigen Bäumen lauern Gewehre,
Von Schatten verborgen die Jäger steh'n dort, -
Auf dem Schnee - das agonische Treiben der Wölfe,
Zum lebenden Ziele geworden winseln sie in einem fort.

   Das ist die Wolfsjagd; die Jagd auf Wölfe -
   Die grauen Räuber, lautlos und schnell!
   Mordlüstern und gereizt bellen der Treiber, -
   Der Schnee trieft blutend über das weiße Fell.

Das ungleiche Spiel - es tobt weiter und weiter,
Die Mörder sind ruhig, mache lächeln sogar -
Die Lappen begrenzen rotwehend die Freiheit,
Das Winseln wird still, fast unhörbar und rar.

Der Wolf ist stets der Tradition verhaftet, -
Als blinder Welpe schon sog's aus der Milch:
Nicht hinter die Fahnen! Nicht dahinter!
Das Unbekannte - wie ein schwarzer Kelch.

   Refrain

Wir fletschen die Zähne und spannen die Sehnen -
Warum diese Flucht, blind uns'rem Leitwolfe nach?
Sie knallen uns ab, doch anstatt uns zu wehren,
Ertragen wir stur diese blutige Schmach.

Nein, - wir können, wir dürfen nicht anders!
Und nun läuft die Zeit auch für mich:
Der Jäger hebt an, es durchzückt seine Glieder, -
Die Züge erkalten, nachdem fast ein Lächeln entwich.

   Refrain

Abgestreift ist das dumme Gehorsam, -
Denn die Freiheit gebietet mir: Spring!
Und hinter mir - ihre wütenden Rufe -
Bin wohl der erste, der durch die Lappen ging!..

Vor schweißnasser Kraft reißen singend die Sehnen,
Doch nichts ist wie gestern und den Tag davor,
Sie haben mich wieder in ihrem umfähnten Kessel -
Nur schnelle ich diesmal meiner Freiheit empor!

   Refrain

1968
Vladimir Vysotsky (32 KB)

Das Rennen des Trabläufers

Ich presche vor, vom Schweiße glänzend,
Jedoch nicht so, wie's and're tun -
Im kühlen Gras die Hufe wetzend,
Wild trabend, ohne auszuruh'n.

   Der Reiter schlug mir tiefe Wunden,
   Und meine Flanken bluten hell.
   Nur in der Freiheit dreh' ich meine Runden,
   Nur ohne Zaum und Zügel bin ich schnell!

Heute will man Kampfgeist sehen!
Alle setzen sie auf mich. -
Als Favorit ins Rennen gehen,
Den schweren Jockey über sich.

   Die Sporen tief im Fleisch vergehen Stunden, -
   Die ersten Reihen lachen hell...
   Nur in der Freiheit dreh' ich meine Runden,
   Nur ohne Zaum und Zügel bin ich schnell!

Nein, noch ist kein Gold zu sehen -
Als letzter komme ich ins Ziel!
Die Sporen kommen teuer ihn zu stehen -
Ich bleib' zurück - er will zu viel!

   Mein Jockey sitzt heut' hoch zu Pferde -
   Reißt geifernd tiefe Löcher mir ins Fell.
   Nur in der Freiheit fliege ich über die Erde,
   Nur ohne Zaum und Zügel bin ich schnell!

Doch nun? Gefangen in meiner verfluchten Rolle -
Wollt's ihm verderben. - Aber nein!
Habe mich einfach nicht unter Kontrolle -
War niemals letzter und werd's auch niemals sein!

   Ich kann nicht anders - muß gewinnen, -
   Den Jockey werfe ich ins Gras!
   Mit Zaum und Zügel werde ich rennen,
   Aber ohne den, der auf mir saß!

Ich geh' durchs Ziel, es brüllt die Meute -
Er keucht dahinter und schluckt Galle
Kein Trab-, kein Andersläufer war ich heute,
Wollte nur siegen, wie sie alle.

1970
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Vladimir Vysotsky (31 KB)
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Mein Zigeunerlied

Ein Alptraum nur - die Feuer lodern,
Verzweifelt keuche ich im Schlaf...
Verflucht sei es, soll es vermodern!
Dann wird es hell, jedoch nicht besser,
Denn auch der Morgen bringt es nicht -
Trüb scheint die Sonne ins Gewässer, -
Halb tot vor Wodka, Rauch und Gicht.

Und in der Kneipe - alles blau,
Es blitzen weiß Servietten...
Ein Himmel für die arme Sau,
Für mich - ein enger Käfig.
Dann in die Kirche - Dunst und Staub,
Mir schmerzen alle Sinne...
Die Priester suhlen sich im Laub
Und spucken in die Rinne.

Den Berg hinauf, nach Atem ringend,
Vielleicht ist dort, was ich gesucht -
Ein Baum nur, im Winde singend,
Einsam und bucklig, wie verflucht.
Wenigstens den Hang dort noch umwinden,
Mit einem weichen, weißen Stoff...
Werde ich doch noch etwas finden,
Das nicht in diesem Sumpf ersoff?

Und dann ins Feld, dem Flußlauf folgend -
Kein Licht ist hier, Dunkelheit nur,
Das Blumenmeer, sich halb verbeugend,
Ein weiter Weg, einsam und stur.
Am Wegesrand steh'n stolz die Eichen, -
Kein Dunst von Teufel oder Gott
Und dort, am Ende, stell'n sie Weichen
Für mein persönliches Schafott.

Und in der Ferne wiehern die Pferde,
In einem blinden, weißen Tanz.
Den Weg entlang krümmt sich die Erde,
Sie wirkt gebrochen; nicht mehr ganz -
Weder die Kirche, noch die Kneipe
Geben ein Stück der heilen Welt, -
Was ist noch heilig, was von Dauer? -
Ist alles tot, liegt wie gefällt.

Winter 1967/68
Vladimir Vysotsky (28 KB)
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VLADIMIR VYSOTSKY IN CONCERT
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